
VIER PFOTEN HILFT oRANG-UTAN WAISEN
Das Verschwinden der "Menschen im Wald"
Orang-Utans sind durch Abholzung und schrumpfende Lebensräume in Indonesien massiv vom Aussterben bedroht. Die freundlichen Menschenaffen mit dem rötlichen Fell werden deshalb bereits seit Jahren auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) geführt. Sie gelten als Opfer der Landwirtschaft in Monokulturen, für die ihr Lebensraum - der Regenwald - im großen Stil vernichtet wird. Seit 30 Jahren haben sich die Flächen auf den indonesischen Inseln Sumatra und Borneo nahezu halbiert. Die Gründe liegen auf der Hand: Die steigende Nachfrage nach landwirtschaftlich nutzbaren Flächen und Gütern wie Kohle verdrängen nach und nach den Regenwald und damit die sanften Menschenaffen. Der Anteil der Orang-Utan Waisenkinder steigt an.

Landnahme zerstört den Lebensraum der Orang-Utans
Durch die schrumpfenden Lebensräume kommt es immer wieder zu Begegnungen zwischen Orang-Utan-Müttern und Menschen. Viele Menschenaffen überleben eine solche Zusammenkunft nicht. Ihre Kinder werden zu Waisen. Gemeinsam mit unserer indonesischen Partnerorganisation "Jejak Pulang" errichten wir für solche Orang-Utan Waisenkinder eine Waldschule, in der sie von Menschen mehrere Jahre trainiert werden, um als erwachsene Tiere wieder ausgewildert werden zu können.
Orang-Utan Waldschule
In der ORANGUTAN WALDSCHULE, die von unserem Partner Yayasan Jejak Pulang (was so viel bedeutet wie "Heimkehr") in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Forstministerium geführt wird, werden die geretteten und von den Behörden beschlagnahmten Orang-Utan-Waisen rehabilitiert. Dort lernen sie alle Fähigkeiten, die sie brauchen, um in die Wildnis zurückkehren zu können, sobald sie darauf vorbereitet sind.
Zwölf Waisen (sieben Männchen, fünf Weibchen) im Alter von 3 bis 13 Jahren bilden die erste Gruppe von Schülern in der 100 Hektar großen WALDSCHULE, die von Dr. Signe Preuschoft von VIER PFOTEN geleitet wird, einer Primatologin mit 20 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Menschenaffen.
Mit einem Team von "Pflegemüttern" versuchen wir, den Waisenkindern das Wissen zu vermitteln, das sie brauchen, um allein in der Wildnis zu überleben. Die Bindung zwischen Mutter und Kind kann nie ersetzt werden, aber das Ziel des Projekts ist es, unseren Orang-Utans die bestmögliche Chance zu geben, zu überleben, zu gedeihen und sich schließlich fortzupflanzen, damit sie eine unerschütterliche Bindung zu ihrem eigenen Kind aufbauen können.

Menschliche Ersatzmütter erziehen die Affenkinder
Gerade, wenn sie noch sehr klein sind, ist der enge Kontakt zu einer Bezugsperson sehr wichtig. Unsere Waisenbabys und -kleinkinder brauchen, wie auch gleichaltrige Menschenkinder, eine Mutter. Da ihre eigene Mutter diese Rolle nicht mehr übernehmen kann, haben wir ein Team von menschlichen Ersatzmüttern, die sich fürsorglich um die Kleinen kümmern. Aber auch der Kontakt zu anderen Orang-Utan Kindern ist sehr wichtig für ihre Entwicklung. Wir ermöglichen den jungen Menschenaffen, ein normales Leben im Regenwald zu führen - mit der einzigen Ausnahme, dass ihre Mutter ein Mensch ist. Jeden Tag verbringen sie den Großteil des Tages mit ihren Artgenossen im Wald. Sie lernen durch Wiederholung von ihren Ersatzmüttern aber auch von den anderen Menschenaffen. Ähnlich würden es auch ihre Mütter mit ihnen machen. Diese Freiheiten ermöglichen es uns, die Tiere bestmöglich an ein Leben im Regenwald vorzubereiten. Je älter sie werden, desto mehr lösen sich ihre Ersatzmütter und -väter von ihnen und um so eigenständiger dürfen sie den Wald für sich alleine erkunden.
Erstes Orang-Utan Waisenkind in Waldschule
Das erste Orang-Utan Waisenkind ist bereits in unsere Waldschule in Ostkalimantan eingezogen. Seine Mutter wurde erschlagen auf einer Palmöl-Plantage aufgefunden. Hiesige Dorfbewohner nahmen sich des Kleinen an. Mit Alter von etwa acht Monaten wurde es von den indonesischen Behörden beschlagnahmt und an Jejak Pulang übergeben. Wir haben den kleinen Gonda getauft. Der kleine Gonda wird die nächsten Jahre in unserer Obhut verbringen und hoffentlich im Erwachsenenalter dazu beitragen, die Orang-Utan Bestände auf Borneo wieder zu vergrößern.





