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Welche Pelztiere gibt es?

Verhängnisvolle Schönheit: Nerz, Fuchs und Marderhund gehören zu den typischen Pelztieren

Anders als unsere Vorfahren sind wir heute nicht mehr auf Pelz angewiesen. Längst gibt es wärmende Kleidungsstücke aus alternativen Materialien und täuschend echt aussehendes Kunstfell. Trotzdem werden überall auf der Welt immer noch bestimmte Tierarten für ihren besonders schönen, dichten Pelz bewundert – und gequält. Das schöne Fell wird für Pelztiere wie Nerze, Füchse, Marderhunde, Waschbären, Kaninchen und Chinchillas zum Verhängnis.

Hier finden Sie einen Überblick über die typischen Pelztiere – und die traurigen Bedingungen, unter denen sie bis zu ihrem Tod leben müssen.

Nerze als Pelztiere

Wenn von «Nerz» die Rede ist, denken viele Menschen gar nicht mehr an das kleine Raubtier aus der Familie der Marder, sondern an einen Pelzmantel. Der Nerz ist wohl das bekannteste aller Pelztiere. Nerzfell wird auch als «Mink» bezeichnet. Während der Europäische Nerz streng geschützt ist, werden Amerikanische Nerze als Pelztiere gezüchtet oder direkt in freier Wildbahn mit brutalen Fallen gefangen.

Auf Pelzfarmen leben Amerikanische Nerze (Mustela vison) in winzigen Drahtgitterkäfigen, die eine Grundfläche von gerade mal circa 0,25 Quadratmetern haben und etwa 45 Zentimeter hoch sind. Dazu kommt eine Wohnbox von der Grösse eines Schuhkartons. Zuchttiere werden in der Regel einzeln gehalten, die zur Pelzung bestimmten Jungtiere bleiben bis zu ihrer Tötung meist paarweise zusammen.
 
Als Futter bekommen Farmnerze einen Nahrungsbrei, der auf das Gitter geschmiert wird. Ihren Beisstrieb können sie so nicht ausleben. Die Tiere sind zudem in ihrem Bewegungsdrang extrem eingeschränkt. Nerze haben Schwimmhäute und durchstreifen in freier Wildbahn bis zu sechs Kilometer grosse Gebiete, grösstenteils im und am Wasser. Dennoch werden ihnen auf Pelzfarmen Badegelegenheiten zum Schwimmen und Tauchen vorenthalten. Sie können weder klettern, noch sich verstecken oder mit Artgenossen interagieren, beziehungsweise diesen aus dem Weg gehen. Studien belegen, dass 70 Prozent der Farmnerze stereotypes Verhalten zeigen.

Ein gefangener Nerz

Marderhunde als Pelztiere

Vielleicht haben Sie noch nie von diesem Tier gehört und kennen es erst recht nicht als typisches Pelztier. Das hat einen Grund: Marderhundpelz wird im Handel vornehm als «Seefuchs» oder «Tanuki» bezeichnet, manchmal auch als «Finnraccoon», «Russischer Raccoon» oder «Chinesischer Raccoon» aufgrund seiner optischen Ähnlichkeit mit dem Waschbär (englisch: raccoon). Tatsächlich ist der Marderhund (Nyctereutes procyonoides) aber eines der am meisten verbreiteten Pelztiere überhaupt.

Die Raubtiere gehören zur Gruppe der Hundeartigen Tiere und werden aufgrund ihrer vermeintlich geringen Futter- und Haltungsansprüche besonders oft in China und in geringerem Masse in Finnland gehalten. In strukturlosen Drahtgitterkäfigen mit maximal einem Quadratmeter Fläche und 75 Zentimetern Höhe können sich Marderhunde weder genug bewegen noch können sie ihr Erkundungsverhalten ausleben.

Die Drahtgitterböden können Verletzungen und Deformationen der Pfoten hervorrufen. Aufgrund der mangelhaften Haltung und der Nähe zu Artgenossen stehen die Tiere unter Dauerstress. Als Verhaltensstörungen treten zum Beispiel Gitternagen und Fellkauen auf.

In freier Wildbahn bevorzugen die nachtaktiven Allesfresser dichtes Unterholz und die Nähe zu Wasserläufen, in denen sie auch nach Fischen tauchen. Ihre Streifgebiete sind im Durchschnitt knapp zehn Quadratkilometer gross, wobei sie Artgenossen aus dem Weg gehen. Je nach Witterung halten Marderhunde Winterruhe, dafür nutzen sie Erdbauten. Die Jungtieraufzucht übernehmen beide Elterntiere.

Ein Marderhund gefangen auf einer Farm in China

Rotfüchse und Polarfüchse als Pelztiere

Meister Reineke, den Rotfuchs (Vulpes vulpes), kennt jeder aus unseren Wäldern. Wegen seines schönen roten Pelzes wird auch dieses intelligente und sensible Tier auf Pelzfarmen unter grausamen Bedingungen gehalten. Dieses Schicksal teilt er mit seinen Artgenossen in der Farbvariante Silberfuchs, die wegen ihres eindrucksvollen silbrig-schwarzen Felles schon seit Jahrhunderten intensiv gejagt und in freier Wildbahn so gut wie ausgerottet wurden. Auch seine Verwandten, die Polarfüchse (Vulpes lagopus, auch Weiss- oder Blaufuchs), werden als Pelztiere gequält und getötet.

Die Haltungsbedingungen dieser Tiere sind katastrophal: Die vollständig aus Drahtgitter bestehende Käfige sind für Einzeltiere etwa 0,8 Quadratmeter gross und 70 Zentimeter hoch. Einzige Ausstattung ist meist ein Wassergefäss, lediglich zur Wurfzeit wird den Fähen (weibliche Füchsen) ein Wohnkasten zur Verfügung gestellt. Der Futterbrei wird auf das Käfiggitter geschmiert.

In ihrem natürlichen Lebensraum können Füchse grosse Streifgebiete bewohnen, als Ruheplatz und zur Aufzucht der Welpen dienen Erdbauten. Der Maschendraht der Farmkäfige bietet dagegen keinerlei Strukturen. Die Füchse können sich kaum bewegen. Fehlende Rückzugsmöglichkeiten in den Käfigen tragen ausserdem zur ausgeprägten Ängstlichkeit der Tiere oder Beissereien untereinander bei. Ihrem natürlichen Drang zu graben können die Füchse nicht nachkommen. Der Gitterboden verletzt ihre Pfoten und durch den Bewegungsmangel leiden die Füchse an Knochenschäden.

Auch Kannibalismus ist ein grosses Problem, vor allem in der Zucht: 20 Prozent aller Welpen fallen den Fähen zum Opfer. In freier Wildbahn erfolgt die Jungenaufzucht in komplexen Sozialsystemen.

Marderhunde in Finnland

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