
Streunerhilfe im Kosovo
Für eine bessere Zukunft der Streunerhunde im Kosovo
Die hohe Zahl an Streunerhunden im Kosovo ist eng mit den Folgen des Kosovokriegs (1998 bis 1999) verbunden. Damals mussten Hunderttausende Menschen ihre Heimat verlassen. Viele Hunde blieben zurück oder wurden in den Wirren des Konflikts von ihren Familien getrennt.
Seitdem hat sich die Situation weiter verschärft. Unkontrollierte Vermehrung, anhaltende Aussetzungen und ein unzureichendes Tierschutzsystem haben zu einer stetig wachsenden Population von Streunerhunden im ganzen Land geführt. Viele Tiere kämpfen täglich mit Hunger, Krankheiten und extremen Wetterbedingungen. Gleichzeitig wirft ihre Präsenz Fragen hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit auf.
Verschiedene Massnahmen zur Kontrolle der Population, darunter gross angelegte Tötungen von Streunerhunden sowie die Unterbringung Tausender Hunde in Tierheimen, haben keine nachhaltigen oder tiergerechten Lösungen hervorgebracht. Noch immer leben über 50'000 Hunde auf der Strasse.
Ein Wendepunkt hin zu humanen und nachhaltigen Lösungen
In den vergangenen Jahren hat der Kosovo wichtige Schritte unternommen, um sich von veralteten Praktiken zu lösen und eine nachhaltige, artgemässe Strategie für das Management der Hundepopulation zu etablieren. Das Land verbot die Tötung von Streunerhunden und führte die CNVR-Methode (Einfangen, Kastrieren, Impfen und Freilassen) ein. Später wurden eine verpflichtende Kennzeichnung mittels Mikrochip, die Registrierung von Hunden sowie ein Verbot von Aussetzungen eingeführt.
Im Jahr 2022 verabschiedete der Kosovo eine neue nationale Strategie zum Management der Streunerhunde-Population. Ein erster Verordnungsentwurf sah jedoch vor, gesunde Hunde bereits nach 14 Tagen im Tierheim zu töten. Dank des engagierten Einsatzes lokaler Organisationen, darunter die Animal Rights Foundation und VIER PFOTEN, wurde dieser Ansatz erfolgreich angefochten und 2023 überarbeitet. Heute fördert der rechtliche Rahmen ein humanes Populationsmanagement und erkennt die CNVR-Methode als zentrales Instrument an.
Neue Vorschriften für Tierheime definieren Mindeststandards für Einrichtungen zur Unterbringung von Haustieren. Zudem ist Euthanasie nur noch in begründeten Einzelfällen zulässig und darf nicht als routinemässige Massnahme eingesetzt werden.
Ein wichtiger erster Schritt für die Zukunft der Streunerhunde im Kosovo
Trotz der erzielten Fortschritte besteht weiterhin grosser Handlungsbedarf. Deshalb setzt VIER PFOTEN sein Engagement für Streunerhunde im Kosovo fort: durch politische Arbeit auf nationaler und kommunaler Ebene, den Aufbau starker Partnerschaften mit lokalen NGOs sowie die Zusammenarbeit mit Tierkliniken vor Ort, um Streunerhunde zu kastrieren, zu impfen und medizinisch zu versorgen.
Unser Hauptfokus
VIER PFOTEN verfolgt das Ziel, ein landesweites, datenbasiertes, von den Gemeinden getragenes Programm zum Management der Hundepopulation aufzubauen.
Derzeit konzentrieren wir uns auf vier zentrale Bereiche:




Meilensteine und Erfolge
Die folgenden Meilensteine zeigen wichtige Fortschritte für das Wohl von Streunerhunden im Kosovo.


Die Ergebnisse unterstreichen die zentrale Botschaft von VIER PFOTEN: Nachhaltige Verbesserungen können nur durch langfristige Strategien erreicht werden, die auf Prävention, die Einbindung der Bevölkerung und den respektvollen Umgang mit Tieren setzen.


An der Mission beteiligten sich auch Veterinärmedizinstudierende der Universität Prishtina. Sie sammelten praktische Erfahrungen und trugen gleichzeitig zum langfristigen Aufbau veterinärmedizinischer Kompetenzen im Kosovo bei.
Parallel dazu knüpften VIER PFOTEN und die Animal Rights Foundation an die landesweite Erhebung der Streunerhunde-Population an und starteten eine Reihe regionaler Workshops. Gemeinsam mit Gemeindevertretern und Veterinärmedizinern werden dort tiergerechte und nachhaltige Lösungen für das Management von Hundepopulationen entwickelt.

Kosovo National Street Dog Population Survey (auf Englisch)
Dieser Bericht präsentiert die Ergebnisse der ersten landesweiten Erhebung der Streunerhunde-Population im Kosovo. Die Untersuchung wurde zwischen Juni 2024 und Mai 2025 von VIER PFOTEN in Zusammenarbeit mit der Animal Rights Foundation (ARF) durchgeführt.
Einblick in unsere aktuelle Mission
Ausblick
Trotz wichtiger Fortschritte bleibt die Situation für Streunerhunde im Kosovo schwierig. VIER PFOTEN wird die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen, Behörden und Gemeinden fortsetzen, um nachhaltige Lösungen zu schaffen und so die Lebensbedingungen von Tieren und Menschen langfristig zu verbessern.






