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Interview Pit und Sebastian

Die Food-Truck-Inhaber (bekannt aus Stern TV) begeistern mit ihren veganen Burgern selbst taffe Rocker

19.5.2018

Jeder kennt sie: Rollende Wagen, die eine leckere Duftwolke hinterlassen. Food Trucks sind besonders auf Street-Food-Events nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig versorgen Sie zahlreiche Unternehmen und hungrige Arbeitnehmer in der Mittagspause.

Inhaber eines ganz besonderen Food Trucks namens Réger Burger sind Pit und Sebastian aus Berlin. VIER PFOTEN hat sie auf einem Tierschutzevent getroffen und die köstlichen Burgerkreationen probiert. Im Interview erzählen die beiden, wie sie zum veganen Food Truck gekommen sind und was hinter dem Konzept steckt.

Pit und Sebastian – ihr habt euch ja schon vor langer Zeit für eine tierfreundliche Ernährung entschieden. Was war bei euch der Auslöser?

Ganz klar der ethische Aspekt. Wir sind Tierfreunde, warum sollte man also einen Unterschied zwischen unterschiedlichen Tieren machen, wenn es darum geht, was auf unseren Tellern landet und was nicht?!

Welche Rolle hat Tierschutz in eurem Leben?

An sich sind wir keine aktiven Tierschützer. Wir versuchen auf unseren Konsum zu achten und der Tierschutz findet überwiegend auf dem Teller statt, wo natürlich kein Tier drauf landet.

Zurück zum Business. Weshalb habt ihr euch für einen Food Truck entschieden und nicht gleich für einen Lieferservice oder ein Restaurant?

Die Foodtruck-Szene ist immer weiter gewachsen und in Deutschland gab es bisher nur wenige vegane Pendants dazu. Gerade auf grossen Veranstaltungen, auf denen wir uns meistens befinden, wird die Nachfrage nach fleischlosen Alternativen immer grösser. Zudem ist es auch einfach mal was anderes und in Berlin gibt es ja schliesslich auch schon viele vegane Restaurants. Zumindest in den Ecken Berlins, wo wir auch am liebsten unsere Zeit verbringen.

Und warum Burger?

Nun ja, wir sind selber schon immer grosse Burger-Fans und es gibt viele wie uns da draussen, deswegen haben wir uns dafür entschieden.

Wo kann man euch antreffen?

Wir versuchen vieles mitzunehmen und nehmen nicht ausschliesslich an vegetarisch-veganen Veranstaltungen teil, das ist nicht unser Ziel. Wir waren auf Festivals, Konzerte an der Waldbühne, machen Caterings, stehen in der Mittagspause bei Firmen.

Wenn man den Truck von aussen betrachtet, könnte man annehmen, dass ihr «normale» Burger verkauft. Wir nehmen an, das ist Absicht – erklärt das doch mal kurz.

Da steht schon eine gewisse Absicht dahinter. Wir wollen schliesslich nicht nur die Veganerinnen und Veganer erreichen, sondern auch Menschen, die eher nicht viel mit Veganismus zu tun haben. Wenn wir also überall "egan" dran stehen hätten, würden viele sich einfach wieder umdrehen, weil sie denken, sie würden Essen bekommen, was sie nicht satt macht oder eben nicht schmeckt. Zum anderen haben viele auch ein Bild vom veganen Dogmatismus im Kopf, was sie wiederum auch abschrecken könnte.

In der Sendung Stern-TV habt ihr gezeigt, dass selbst taffe Rocker eure Burger lieben, ohne zu wissen, was sie da eigentlich essen. Wieso, glaubt ihr, existiert immer noch so eine Skepsis gegenüber dem Wort vegan beziehungsweise veganem Essen?

Skepsis herrscht vor allem deswegen, weil viele denken, es schmeckt nicht.  Zum anderen sind viele voreingenommen, was ihr Bild über Veganismus angeht. Vermutlich haben auch viele Angst, dass sie von uns belehrt werden würden.

Hattet ihr auch schon mal eine Beschwerde – jemand, der zuvor dachte, dass es Fleisch ist und dann hinterher richtig sauer wurde?

Natürlich ist das auch schon mal vorgekommen, weil es einfach genügend Leute gibt, die sich nicht unsere Produktbeschreibungen näher durchlesen und dann sich wundern, warum sie einen veganen Burger bestellt haben. Meistens schmeckt es den Leuten aber auch so.

Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Tatsächlich wollen wir noch dieses Jahr ein Restaurant in Berlin eröffnen. Um diesen Traum zu verwirklichen starten wir im März eine Crowdfunding-Kampagne.  Das Restaurant wird «Neue Republik Réger» heissen. Alle aktuellen Infos zum Projekt und wie man uns dabei unterstützen kann, findet ihr auf  Instagram oder Facebook .

Und nun mal was ganz anderes: Wie würde eine Welt ohne Intensivtierhaltung von Rindern, Hühnern, Schweinen für euch aussehen?

Wir können es nur vermuten, aber wahrscheinlich wäre alles ein bisschen entspannter für Mensch, Tier und Umwelt. Bis wir dahin kommen, wird es aber noch ein sehr, sehr langer Weg sein.

Was sind eure persönlichen Tipps für Leute, die ihre Ernährung etwas tierfreundlicher gestalten möchten?

Langsam an neue Sachen heranwagen und nichts überstürzen. Man wird überrascht sein, wenn man erstmal weiss, dass auch eine vegetarische beziehungsweise vegane Lebensweise etwas ganz Tolles sein und eine Bereicherung für das eigene Leben sein kann.

Mehr Information zum «Réger Burger» gibt es hier

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