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kennzeichnung von Eiern

Was sagt die Zahl auf meinem Ei?

19.10.2017

In der Eierindustrie gibt es verschiedene Haltungsformen für Legehennen. Die meisten davon bedeuten für die Hühner immensen Stress. VIER PFOTEN erklärt, wie Hennen in Käfighaltung, Bodenhaltung, Freilandhaltung und Biohaltung leben.

Wissen Sie, was die Nummer auf dem Ei wirklich bedeutet? Tatsächlich gibt sie Auskunft über die Lebensumstände der Hennen, von denen Ihr Ei stammt. Dabei gilt: Je höher die Zahl, desto schlechter werden die Hühner gehalten.

Das sagt die Zahl auf dem Ei.

0 = bio

Bei der Biohaltung hat jedes Huhn mindestens vier Quadratmeter Auslauf und im Stall dürfen maximal sechs Tiere pro Quadratmeter leben. In einem Stall dürfen bis zu 3.000 Hennen untergebracht sein. 

Bei der Biohaltung hat jedes Huhn mindestens vier Quadratmeter Auslauf. Im Stall dürfen maximal sechs Tiere pro Quadratmeter gehalten werden. Mindestens ein Drittel der Stallfläche ist ein eingestreuter Scharraum, Legenester und Sitzstangen stehen zur Verfügung. In einem Stall dürfen maximal 3.000 Hennen untergebracht sein. Prophylaktischer Medikamenteneinsatz ist verboten.

Das grösste Plus gegenüber allen anderen Haltungsformen ist hier die biologische Wirtschaftsweise der Betriebe. Das heisst zum Beispiel, dass die Tierhaltung flächengebunden ist: Es werden nur so viele Tiere gehalten wie von der Fläche ernährt werden können. Demzufolge wird nur so viel Kot erzeugt wie der Boden an Nährstoffen aufnehmen kann. Das Futter wird ohne Pestizide, chemisch-synthetische Dünger und Gentechnik hergestellt.

Achten Sie auf den Ei-Stempel: 0 steht für Bio.

1 = Freilandhaltung

Bei der Freilandhaltung steht den Hühnern tagsüber ein Auslauf von mindestens vier Quadratmetern pro Tier zur Verfügung. Die Bedingungen im Stall entsprechen denen der Bodenhaltung.

Freilandhaltung

Bei der Freilandhaltung steht den Hühnern tagsüber ein Auslauf von mindestens vier Quadratmetern pro Tier zur Verfügung. Die Bedingungen im Stall entsprechen denen der Bodenhaltung. Es stehen Sitzstangen, Legenester und eingestreute Scharräume zur Verfügung. Bei dieser Haltungsform können die Grundbedürfnisse der Hennen wesentlich besser gestillt werden als im Käfig.

Aber auch in grossen Freilandhaltungen kann es zu Problemen kommen. Häufig gibt es eine Übernutzung des stallnahen Auslaufbereiches und der Grünfläche. In Pfützen und schlammigen Bereichen können sich Parasiten ansiedeln, welche die Gesundheit der Legehennen beeinträchtigen. Um dies zu verhindern, ist es notwendig, den stallnahen Boden regelmässig abzutragen und auszutauschen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihn trocken und hygienisch sauber zu halten, zum Beispiel durch Aufschütten von grob strukturiertem, wasserdurchlässigem Material.

Ebenso kann es passieren, dass die Tiere durch einen mangelhaft strukturierten Weide-Auslauf diesen nicht vollständig nutzen. Durch Unterschlupfmöglichkeiten, Sträucher und stallnahe Weiden wird den Hennen das Hinausgehen erleichtert, da sie sich geschützt fühlen und bei Gefahr (zum Beispiel durch Greifvögel) sofort Unterschlupf finden. Ein regelmässiger Wechsel der Weiden ist ausserdem notwendig, um die Grasnarbe zu erhalten. Leider werden diese Anforderungen an das Management häufig nicht bedacht – und es wird behauptet, die Tiere wollten gar nicht ins Freie.

Achten Sie auf den Ei-Stempel: 1 steht für Freilandhaltung.

2 = Bodenhaltung

Bei der Bodenhaltung leben neun Hennen pro Quadratmeter in riesigen Hallen.  Bis zu 6.000 Tiere drängen sich in einem solchen Stall.

Bei der Bodenhaltung leben neun Hennen pro Quadratmeter in riesigen Hallen. Sind Sitzstangen und Legenester in mehreren Etagen angebracht (Volierenhaltung), können es sogar 18 Hennen pro Quadratmeter sein.

Bis zu 6.000 Hennen drängen sich in einem solchen Stall. Das überfordert die Tiere bei der Bildung von Hierarchien und Hackordnung – so kommt es zu Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus. Durch das Gedränge ausgelöster Stress ist eine häufige Todesursache für Hühner in der Bodenhaltung.

Wie in der Käfighaltung mangelt es den Hennen auch in der Bodenhaltung häufig an Beschäftigung, da es keinen Grünauslauf gibt. Verhaltensweisen wie Futtersuche, Scharren, Kratzen und Picken können in einer solchen Haltung nur bedingt ausgeübt werden, zumal die Tiere hier weniger Platz haben als in der Freilandhaltung. Das regelmässige Einbringen frischer Einstreu und ähnlicher Beschäftigungsmaterialien ist hier besonders wichtig.

Aktuell leben die meisten Hühner in Deutschland in Bodenhaltung. Aus Tierschutzsicht ist auch diese Haltungsform jedoch nicht ausreichend.

Achten Sie auf den Ei-Stempel: 2 steht für Bodenhaltung.

3 = Käfighaltung

Einem Huhn steht eine Fläche von 550 Quadratzentimetern zur Verfügung – das entspricht einer Fläche von weniger als einem DIN-A4-Blatt.

In Österreich ist seit Jänner 2020 die Käfighaltung von Legehennen verboten. Jedoch dürfen Eier aus Käfighaltung weiterhin importiert werden. Zudem werden nur Frischeier gekennzeichnet. Bei verarbeiteten Produkten, wie Nudeln, Teigwaren und Fertigprodukte, sowie in der Gastronomie gibt es keine Kennzeichnungspflicht und daher können Käfigeier nicht ausgeschlossen werden.

In den herkömmlichen Legebatterien leben die Legehennen in winzigen Käfigen. Einem Huhn steht eine Fläche von 550 Quadratzentimetern zur Verfügung – weniger als ein DIN-A4-Blatt. Vier bis fünf Hennen leben in einem Käfig. Diese Käfige stehen in Doppelreihen und bis zu acht Etagen übereinander.

Zusammengedrängt leben sie auf Drahtgitterboden, ohne Tageslicht. Sie können weder scharren, flattern noch sandbaden. Synthetische Vitamine, Medikamente und Farbstoffe werden dem Futter zugesetzt, die täglichen Tierverluste sind hoch.

Mangelnde Bewegungsmöglichkeiten und fehlendes Sonnenlicht verursachen brüchige Knochen und Osteoporose. Schwere Verletzungen wie Knochen- und Flügelbrüche sind an der Tagesordnung. Das Stehen auf dem Drahtgitter führt zu Verletzungen an den Zehenballen. Da die Tiere nicht Scharren können, nutzen die Krallen nicht ab und die Hühner können sich leicht gegenseitig verletzen.

Zu den offensichtlichen Krankheiten und Verletzungen kommt permanenter Stress. In den Legebatterien können die Hennen ihr artgemässes Verhalten nicht ausleben: Sie können weder Picken oder Sandbaden noch die Flügel strecken. Auch Ruhen, Gehen, Springen oder Fliegen ist nicht möglich.

Etwa 12 bis 14 Monate dauert das Martyrium der Hühner in den Legebatterien. Fünf bis zehn Prozent der Tiere überstehen diese Zeit jedoch nicht und verenden vorzeitig im Käfig. Vom Personal unentdeckt, werden sie von den anderen Hennen durch das Gitter getrampelt und verwesen.

Diese konventionellen Käfige sind seit 2012 in der EU verboten werden, nun sind nur noch so genannte «ausgestaltete Käfige» erlaubt. Hier hat jedes Huhn 750 Quadratzentimeter Platz. In dem Käfig gibt es «Legenester», «Sitzstangen» und eine «Scharrfläche», die jedoch ihren Namen keine Ehre machen und nicht annähernd den Bedürfnissen der Tiere entsprechen.

In Deutschland und den Niederlanden geht man mit der so genannten «Kleingruppenhaltung» noch minimal über die Anforderungen des ausgestalteten Käfigs hinaus. Diese Bezeichnung ist für den Konsumenten jedoch irreführend, weil sie das Bild einer gemütlichen Behausung vermittelt. Jede Henne hat auch hier nur 800 Quadratzentimeter Platz (das ist etwa ein Bierdeckel mehr als zuvor) – und bis zu 60 Hühner werden in einem Käfig gehalten.

Hinter all diesen Haltungsformen verbergen sich Käfige, in denen Hühner nicht artgerecht leben können! Bezeichnungen wie «Eier aus Kleingruppenhaltung» klingen romantisch – sind es aber nicht!

Die Kleingruppenhaltung soll in Deutschland 2025 beendet werden. Die Käfighaltung hat keine Zukunft und ist ein Auslaufmodell. Aktuell wird sie jedoch noch praktiziert – und Käfig-Eier finden vor allem bei der Herstellung von Fertigprodukten Verwendung. Dort müssen sie nicht deklariert werden.

Achten Sie auf den Ei-Stempel: 3 steht für Käfighaltung!

Am Tierfreundlichsten ist eifrei!

In den meisten verarbeiten Produkten ist es möglich, Eier einfach wegzulassen oder durch andere Zutaten zu ersetzen. So können Sie Tierleid und Probleme, die selbst in einer optimalen Tierhaltung noch nicht gelöst sind, vermeiden.

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