warningPlease be careful! If you delete this page, consider that it could be used within an other language version.
Hühner in der Intensivhaltung

Eingriffe bei Hühnern

Hühner werden an die für die Landwirtschaft günstigen Bedingungen angepasst - mit schlimmen Folgen für ihr Wohl.

28.3.2025

Hühner werden mehreren schmerzhaften Eingriffen unterzogen. Diese werden meist ohne Betäubung und Schmerzlinderung durchgeführt. Und wozu? Für mehr Wirtschaftlichkeit und damit billigere Eier und billigeres Fleisch.

Mutilations of chickens
Beak Trimming
Amputating
Castration Without Anaesthesia
Chicken with trimmed beaksChickens with amputed feetScapel used for castration
Mutilations of chickens
1
2
3
Chicken with trimmed beakChicken with amputated feetScapel used for castration

Schnabelkürzen*, Amputation von Kämmen und Zehen*

  • Zweck: Verringerung der Verletzungen von Tieren bei Kämpfen und Verhinderung des gegenseitigen Pickens/Hackens.
  • Verfahren: 
    • Schnabelkürzen*: Die Schnäbel des Geflügels werden mit einem heissen Laser (Infrarot) abgeschnitten, ohne Betäubung. Dieser Eingriff ist sehr schmerzhaft für die Tiere.
    • Amputationen*: Es gibt viele verschiedene Amputationen, die an den Tieren vorgenommen werden7,8. Darunter u. a.:
      • Krallenentfernung: Entfernen der Krallen
      • Zehen-/Krallenbeschneidung: Entfernung der Spitze der drei nach vorne gerichteten Zehen 
      • Dubbing: Abschneiden der Kämme
      • Pinioning: Abschneiden des hinteren Flügelgelenks oder der «Daumen» von Geflügel und Hühnern, wodurch diese dauerhaft am Fliegen gehindert werden
  • Informationen: Das Beschneiden des Schnabels ist für das Tier sehr schmerzhaft, da der Schnabel das empfindlichste Körperteil eines Vogels ist und für viele Arten von Tätigkeiten benötigt wird. Er kann mit den menschlichen Fingerspitzen verglichen werden, und die Amputation bedeutet einen Verlust der Fähigkeit, mit der Umwelt und den Artgenossen artspezifisch umzugehen. Auch das Wohlfühlverhalten kann nicht artgemäss ausgelebt werden.3,4 Darüber hinaus können im verbleibenden Schnabel Neurome auftreten, die Schmerzen oder eine Nervenüberempfindlichkeit (wahrgenommen als elektrischer Schock nach Kontakt mit dem entsprechenden Bereich) verursachen. Jeder Kontakt, den ein Vogel mit dem Schnabel hat, z. B. bei der Fütterung, geht mit einem negativen Reiz einher.1,2,4 Durch die Anpassung an das Haltungssystem verliert der Vogel schlichtweg seine Integrität und die Möglichkeit, sich wohlzufühlen.1,2,5 Auch die Amputationen von Kämmen und Zehen führen zu grossen Schmerzen und starken Einschränkungen des artspezifischen Verhaltens. Würden die Haltungsbedingungen an die Bedürfnisse der Tiere angepasst (z. B. durch das Anbieten von Weideflächen im Freien, artgerechte Strukturen, mehr Platz und begrenzte Gruppengrössen), bestünde keine Notwendigkeit, die Schnäbel zu kürzen oder andere Amputationen jeglicher Form durchzuführen.5
  • VIER PFOTEN fordert: Ein generelles Verbot des Schnabelkürzens und nicht-kurativer Amputationen. Diese Eingriffe sind Verstümmelungen, die als notwendig erachtet werden, um die nachteiligen Auswirkungen unangemessener Haltungsbedingungen abzumildern, anstatt die Haltungsbedingungen an die Tiere anzupassen. Schnabelkürzen sowie nicht-kurative Amputationen jeglicher Art sollten nicht erlaubt und nicht durchgeführt werden.

Amputation von Sporen bei Zuchthähnen

  • Zweck: Um zu verhindern, dass sich die Tiere bei Kämpfen selbst oder gegenseitig verletzen. So werden sie an das Haltungssystem angepasst.
  • Verfahren: Abschneiden der Sporen/Sprone bei Hähnen, meist ohne Betäubung oder anderweitige Schmerzlinderung.
  • VIER PFOTEN fordert: Ein generelles Verbot von Verstümmelungen wie der Amputation von Sporen. Die Haltungsbedingungen sollten an das Tier angepasst werden, ihm mehr Platz bieten und so Verletzungen verhindern.

Kastration von männlichen Tieren ohne Betäubung und Schmerzlinderung («Kapaune»)

  • Zweck: Gemeinsame Unterbringung der Kapaune, ohne Probleme mit Aggressionen zwischen den Arten und Verbesserung der Fleischqualität durch längere Mastzeiten.
  • Verfahren: Bevor die jungen Hähne ausgewachsen sind, werden sie auf einem Tisch festgebunden und chirurgisch kastriert, ohne Betäubung oder anderweitige Schmerzlinderung. Die Hoden werden tief aus der Körperhöhle herausgeschnitten. Der Eingriff ist daher für die Tiere, die ihn überhaupt überleben, sehr schmerzhaft.6,9
  • Informationen: Häufig werden im Zuge des Eingriffs auch Kämme und Kehllappen entfernt. Nach dem/den Eingriff/en werden keine Schmerzmittel verabreicht. Es gibt Alternativen (z. B. Östrogenimplantate). Diese sind in Bezug auf Nebenwirkungen und Wirksamkeit noch nicht vollständig erforscht.
  • VIER PFOTEN fordert: Die Kastration junger männlicher Hähne ("Kapaune") ist eine grausame Praxis, die ohne Betäubung durchgeführt wird. Diese Eingriffe sollten in allen Ländern vollständig verboten werden, da sonst Schlupflöcher entstehen, durch die Landwirt:innen kastrierte Tiere aus Ländern importieren können, in denen dies erlaubt ist.

Forderungen von VIER PFOTEN zu nicht-kurativen Eingriffen an Hühnern:

  • Ein generelles Verbot des Schnabelkürzens. Schnabelkürzen ist eine Verstümmelung, die als notwendig erachtet wird, um die nachteiligen Auswirkungen unangemessener Haltungsbedingungen abzumildern, anstatt die Haltungsbedingungen an die Tiere anzupassen. Schnabelkürzen jeglicher Art sollte nicht erlaubt und nicht durchgeführt werden.
  • Ein generelles Verbot von Verstümmelungen wie Zehenabschneiden, Dubbing oder Pinioning. Die Haltungsbedingungen sollten an das Tier angepasst sein, ihm mehr Platz bieten und so Verletzungen verhindern.
  • Die Kastration junger männlicher Hähne ("Kapaune") ist eine grausame Praxis, die ohne Betäubung durchgeführt wird. Diese Eingriffe sollten in allen Ländern vollständig verboten werden, da sonst Schlupflöcher entstehen, durch die Landwirt:innen kastrierte Tiere aus Ländern importieren können, in denen dies erlaubt ist.
Hühner draussen

Erfahren Sie mehr über Hühner


Quellenverweis

1. Poultry Science Symposium, Perry GC, editors. Welfare of the laying hen. Wallingford, Oxfordshire, UK ; Cambridge, MA, USA: CABI Pub; 2004. (Poultry science symposium series).
2. EFSA AHAW Panel (EFSA Panel on Animal Health and Welfare), Nielsen SS, Alvarez J, Bicout DJ, Calistri P, Canali E, Drewe JA, Garin-Bastuji B, Gonzales Rojas JL, Schmidt CG, et al. Welfare of broilers on farm. EFSA Journal. 2023;21(2):e07788. doi:10.2903/j.efsa.2023.7788
3. Riber AB, Hinrichsen LK. Welfare Consequences of Omitting Beak Trimming in Barn Layers. Frontiers in Veterinary Science. 2017;4:222. doi:10.3389/fvets.2017.00222
4. Gentle MJ. Pain in Birds. Animal Welfare. 1992;1(4):235–247. doi:10.1017/S0962728600015189
5. Nicol C. 9 - Feather pecking and cannibalism: Can we really stop beak trimming? In: Mench JA, editor. Advances in Poultry Welfare. Woodhead Publishing; 2018. p. 175–197. (Woodhead Publishing Series in Food Science, Technology and Nutrition). https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/B9780081009154000099. doi:10.1016/B978-0-08-100915-4.00009-9
6. Cvjetkovic V, Forstenpointner G, Weissengruber G. Capons: a history of »horned” egg incubators and chick carers. Wiener tierärztliche Monatsschrift. 2017;104:363–375.
7. EFSA Panel on Animal Health and Welfare. Scientific Opinion on welfare aspects of the management and housing of the grand-parent and parent stocks raised and kept for breeding purposes. EFSA Journal. 2010;8(7):1667. doi:10.2903/j.efsa.2010.1667
8. van Niekerk TGCM, Jong I. Mutilations in poultry European poultry production systems. Lohmann Information 42 (2007) 1. 2007.
9. An HSUS Report: Welfare Issues with Caponizing Chickens. [accessed 2025 Jan 7]. https://www.humanesociety.org/sites/default/files/docs/hsus-report-caponizing-chickens.pdf

Suche